Dr. Christiane Hackel BriefZeit

Themenschwerpunkte

Briefe schreiben!

Briefe stellen angesichts der Diskussion um ein Social-Media-Verbot eine analoge Alternative dar. Sie bieten niederschwellige Schreibanlässe und warten nur darauf geschrieben zu werden. Als Inspirationsquelle für diesen Kurs oder Workshop dienen literarische oder historische Briefe, die wir laut vorlesen und kurz besprechen. In der Hauptsache geht es hier aber darum, die Freude am sinnlichen Aspekt des Schreibens mit Stift und Papier und das Lustvolle am kreativen Spiel mit der Sprache zu entdecken. Nebenbei kann, wenn gewünscht, besprochen werden, welche Mindeststandards ein Brief erfüllen sollte und welche klassischen Briefgenres es gibt bzw. gab.

Der Brief als Kommunikationsmittel im Vergleich zu anderen Kommunikationsmedien

Schauen wir genauer hin, dann entdecken wir, dass der Brief, dieses klassische – aber durch die technischen Innovationen der letzten 70 Jahre immer mehr ins Hintertreffen geratene – Kommunikationsmittel einen einen guten Ausgangspunkt bietet, um unseren Medienkonsum aus historischer Perspektive zu reflektieren. In diesem Modul geht es darum, den Brief sowohl historisch als auch systematisch innerhalb der Vielfalt weiterer Kommunikationsmittel einzuordnen, seine Charakteristika heraus zu arbeiten und vor allem aber über die Vor- und Nachteile der von uns benutzten Medien zu reflektieren – mit dem Ziel einer kritischen Medienbildung und einer Verbesserung der eigenen Medienkompetenz.

Zur Geschichte der Briefkultur

Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Nachvollziehen der historischen Entwicklung von den Anfängen bis heute. Einen Schwerpunkt bildet das Aufzeigen der historischen Bedingungen, die zur Blüte der Briefkultur um 1800 geführt haben.

Der Brief als historische Quelle

Obwohl aber auch gerade weil Briefe immer zutiefst subjektiv eingefärbt sind, gehören sie zu den wichtigsten Quellen für die historische Forschung, da sie eine Vielzahl an Informationen über die Lebenswelt ihrer VerfasserInnen übermitteln. Anhand von historischen Briefen wird über das Zustandekommen von historischem Wissen informiert, wobei auch Fragen der Quellenkritik mit besprochen werden.

Der Brief als literarische und philosophische Gattung

Welche Vorteile bietet der Brief als literarische Gattung? Und warum hatte der Briefroman um 1800 Hochkonjunktur? Das wird anhand ausgewählter Beispiele besprochen. Diese könnten z. B. Goethes „Werther“, Schillers Abhandlung „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ oder die „Persischen Briefen“ von Montesquieu oder auch andere sein.

Basteln und Gestalten von Grußkarten, Briefpapier und Briefumschlägen

Dieses Angebot richtet sich sowohl an jüngere Kinder, die noch nicht in der Lage sind längere Texte zu schreiben als auch an Jugendliche, denen der gestalterische Aspekt wichtiger ist.

Postkarten, Grußkarten und Briefe schreiben und gestalten als Form von Achtsamkeit, Entschleunigung und Digital-Detox

Bei diesem Angebot geht es um die Freude am Spiel mit Wort und Gestaltung. Es ist gut als Teamevent geeignet, z.B. wenn sich ein Kollegium dafür entscheidet, sich anstelle zu einer herkömmlichen Weihnachtsfeier zum Gestalten und Schreiben von Weihnachts- & Neujahrsgrüßen zu verabreden – was den Vorteil hätte, dass die Weihnachtspost dann gleich erledigt wäre.

Briefe als Medium autobiographischen Schreibens

Dieses Angebot richtet sich an Menschen ab der Lebensmitte. Ich gebe Ihnen Anregungen und Schreibimpulse und begleite Ihren Schreibprozess, in dem Sie einzelne, Ihnen wichtige Erinnerungen, Lebenserfahrungen und Lebenseinsichten in Form von Briefen festhalten können – um diese für die nachgeborenen Generationen zu fixieren und zu bewahren. Falls Sie Enkelkinder oder jüngere Freunde haben, so sind diese vielleicht jetzt noch zu jung, um sich sich für bestimmte Details aus Ihrer Lebensgeschichte zu interessieren, wüssten diese aber später gern. Briefe ermöglichen diese zeitversetzte Kommunikation und stellen somit ein wertvolles Geschenk dar.